Liebe Hoftheaterfreunde,

Das Helferteam

wenn es richtig läuft, bietet Theater ein Abbild der Wirklichkeit, ist eine Bühne ein Guckkasten, auf dem sich der Zeitgeist zeigt. In einem Kleinkunsttheater mit viel Kabarettprogrammen steht der Zeitgeist ohnehin auf dem Prüfstand und wird in Satire, Parodie und Persiflage kritisch hinterfragt. Das Ergebnis ist Lachen und vor allem Nachdenken.

Apropos Guckkasten: Bisher saß auf der Hoftheaterbühne der Licht- und Tonregie-Mensch auf der rechten Seite hinter dem Vorhang, die rechte Hand an den Reglern und Knöpfen, den Kopf stets nach links gerichtet, um dem Ablauf auf der Bühne mit voller Konzentration zu folgen. Das Ergebnis war nicht selten ein steifer Hals. Wer zwei Stunden lang ununterbrochen den Kopf nach links gedreht halten muss, der kommt am Ende als Schiefhals aus dem Theater.

Das ist nun Vergangenheit: Wir haben die Licht- und Tonregie von der Bühne weg in einen Raum im Rücken der Zuschauer verlegt. Hans Ulrich Schneider, Udo Schuster, Wilfried Loose, Gaby Kemper ( auf dem Bild von links nach rechts) und wer sonst gelegentlich an den Knöpfen und Reglern „Technik macht“ haben von dort oben die gesamte Bühne geradeaus im Blick Das ist entspannter und vor allem zweckmäßig. Ihr Eindruck von Licht und Ton deckt sich so mit dem der Zuschauer. Außerdem können sie sich jetzt auch mal zwischendurch die Beine vertreten, ohne dass der Bühnenvorhang unheimlich bauscht, oder sich abwechseln, sollte einer mal „müssen“ müssen.

Verbunden mit dem Umzug der Licht- und Tontechnik waren die Anschaffung neuer Lautsprecher, neuer Scheinwerfer, einer neuen Misch- und Regeltechnik. Um die 30 Jahre alte, sehr bescheidene Technik zu modernisieren hat das Hoftheater erneut tief in die Tasche greifen müssen. Der Erlös aus den Eintrittsgeldern und vor allem auch Spenden haben uns geholfen, all das zu finanzieren. Nun spähen unsere „Techniker“ aufmerksam über die Köpfe der Zuschauer hinweg aus ihrem Guckkasten auf die Bühne – so wie in großen Theatern auch. Drehen Sie sich ruhig um und schauen hin, wer da sitzt und die Ohren spitzt. Und machen Sie „Winkewinke“ wenn er etwa vergessen sollte, das zur Bonbonverteilung gehörende Bonbonlied einzuspielen, denn das geht ja nun wirklich nicht!

Ihr
Michael Bollinger
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